Reaktivierung der Staudenbahn; Worum es wirklich geht!

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Reaktivierung der Staudenbahn: Worum es wirklich geht!

Seit dem Jahr 2000 hat die BBG Stauden mbH die Schieneninfrastruktur Gessertshausen – Markt Wald übernommen, seit dem Jahr 2004 ist sie auch für den Abschnitt Ettringen – Türkheim Bahnhof als Infrastrukturbetreiber tätig.
In all den Jahren haben wir für die Reaktivierung der Staudenbahn gekämpft.
Dabei haben wir darauf vertraut, dass unsere Politiker uns bei der Erreichung unseres Ziels unterstützen. Leider stellen wir in der letzten Zeit fest, dass die Gründe pro Staudenbahn – zum Teil auch durch gezielte Fehlinformation der Entscheidungsträger -  immer mehr vergessen werden. Ferner begegnet man denjenigen Personen, die sich seit Jahren mit massivem Einsatz für das Projekt Staudenbahn engagieren, mit Skepsis, eine Merkmal der typisch schwäbischen Mentalität.
Nachfolgend stellen wir daher nochmals die wichtigsten Argumente pro Staudenbahn zusammen:

 

Kernziele:

  1. Zeitnahe Entlastung der Ortskerne Fischach, Gessertshausen und Diedorf vom starken Kfz-Verkehr; wer Ortsumgehungen fordert, kann nicht ernsthaft gegen eine deutlich schneller zu realisierende Entlastung über die Schiene sein!
  2. Erhaltung und Stärkung der Stauden als Siedlungs-, Wirtschafts- und Naherholungsraum durch eine attraktive, staufreie Schienenanbindung
  3. Schneller und sicherer Anschluss unserer Kinder an das neue Gymnasium in Diedorf sowie die anderen weiterführenden Schulen des Umkreises

 

Operative Ziele:

  1. Umsteigefreie Durchbindung der Staudenbahn täglich zwischen 4.00 und 24.00 Uhr von Langenneufnach mindestens im Stundentakt direkt bis nach Augsburg und zurück
  2. An Werktagen Verdichtung in der Hauptverkehrszeit zum Halbstundentakt, hier jedoch eventuell mit Umsteigen in Gessertshausen
  3. Enge Verzahnung von Bahn und Bus, denn die ganzen Stauden sollen von einer Reaktivierung der Staudenbahn profitieren
  4. Einsatz moderner sprintstarker Fahrzeuge mit ebenerdigem Zugang, zumindest im Bereich der Stauden
  5. Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte in Fischach Süd, Langenneufnach Nord und Langenneufnach Süd, weil die Bahn an den neuen Siedlungsgebieten nicht vorbeifahren darf

 

Probleme:

Wir haben in unserem Landkreis das Problem, dass man innovativen Ideen erst einmal skeptisch gegenüber steht. Fakt ist, dass derartige Reaktivierungskonzepte in anderen Bundesländern bereits seit nunmehr fast 15 Jahren erfolgreich umgesetzt und die Erwartungen in den meisten Fällen deutlich übertroffen wurden. Das bedeutet, dass all das, was in unserem Landkreis kritisch hinterfragt wird, an anderen, innovativeren Regionen längst mit Erfolg umgesetzt ist. Der Standort Stauden und die dort lebende Bevölkerung werden durch das seit Jahren andauernde Aussitzen dieses Themas seitens der Entscheidungsträger auf Landes- und Kreistagsebene nachhaltig benachteiligt.

 

Zwei Fragen an die Politik:

  1. Wie selbstbewusst muss ein Landkreis sein, der es sich leisten kann, das Zentrum des Naturparks Augsburg Westliche Wälder, die grüne Lunge Augsburgs, so schlecht über den ÖPNV zu erschließen?
  2. Wenn Dinkelscherben (Bahnhof liegt am absoluten Ortsrand) mit annähernd gleichem Fahrgastpotential wie Fischach und Langenneufnach zusammengenommen einen 30 Minutentakt über den ganzen Tag zugestanden bekommt, warum soll das dann in den Stauden Luxus sein?

Es liegt nun an den Politikern unserer Region, die seit 15 Jahren verfolgten und oben nochmals dargestellten Ziele durchzusetzen. Hierzu bedarf es übergemeindlicher Geschlossenheit, die die Regionalentwicklung Stauden früher so stark gemacht hat.

Hubert Teichmann, 16.01.2011
Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH und Staudenbahnfreunde e.V.


Download: "Reaktivierung der Staudenbahn: Worum es wirklich geht" (PDF-Datei)

 

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