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Jahr 2015


Festakt 25-jähriges Bestehen Pro Bahn Regionalgruppe Augsburg

Bei einem Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Regionalgruppe Augsburg von Pro Bahn wurden an mehrere Akteure Preise verliehen. Aus dem Landkreis Augsburg wurden Landrat Martin Sailer und Bürgermeister Högg aus Diedorf für ihren besonderen Einsatz für die Verbesserung des SPNV/ÖPNV geehrt.

Die positive Entscheidung des Freistaats Bayern in Sachen „Reaktivierung der Staudenbahn“ sowie das zuvor erbrachte jahrelange Engagement zur Erreichung dieses Ziels waren Gründe für die Verleihung des schwäbischen Fahrgastpreises an Hubert Teichmann, der diese Auszeichnung in Vertretung für alle jahrelang aktiven Bürgerinnen und Bürger entgegennahm. Von Pro Bahn wurde ferner die Einführung des Zweistundentakts an Samstagen von Juni bis Oktober zwischen Augsburg Hbf und Langenneufnach positiv herausgestellt.

Hubert Teichmann bedankte sich bei der Politik und den vielen ehrenamtlichen Helfern für die langjährige Unterstützung und appellierte an die anwesenden Politiker, sich für eine Reaktivierung des täglichen Schienenpersonennahverkehrs bereits ab 2019 und nicht erst ab 2021 einzusetzen. „Unsere Region kann es wirklich brauchen“, so Teichmann.  Außerdem hob er hervor, dass die beiden Staudenbahngesellschaften „Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH“ und „Stauden-Verkehrs-GmbH“ seit nunmehr 15 Jahren in den Bereichen Güter-, Bauzug- und Personenverkehr Geld erwirtschaften mussten, um die Staudenbahnstrecke zu erhalten. Daher wäre es an der Zeit, „Licht am Ende des Tunnels“ zu sehen.


Die Staudenbahn kommt… leider erst ab 2021!

Wie Staatsminister Herrmann in einer Pressemitteilung in KW26 mitgeteilt hat, wird die Staudenbahn im Abschnitt (Augsburg -) Gessertshausen – Langenneufnach für den täglichen Personenverkehr reaktiviert. Da sich die Ausschreibungen des Dieselnetzes II (Hier ist die Staudenbahn enthalten) und des E-Netzes wegen ungeklärter Fernverkehrsfragen verzögern werden, kann die Staudenbahn leider erst ab 2021 in Betrieb gehen. Zugesagt sind 18 Zugpaare täglich, wobei Schwerpunktbildungen in der Hauptverkehrszeit möglich sind. In der Hauptverkehrszeit sollen die Züge ferner von und nach Augsburg umsteigefrei durchgebunden werden. Derzeit wird von den Politikern ein Vorlaufbetrieb ab 2019 gefordert.

Das Hauptziel ist erreicht, jetzt geht es um die konkrete Umsetzung. Die Geschäftsführung bedankt sich ganz herzlich bei allen aktiven Bürgerinnen und Bürgern, die seit 20 Jahren kämpfen und nie aufgegeben haben. Weiter so!


Jahr 2014


Fragen und Antworten

Da viele Interessierte noch Fragen zur geplanten Reaktivierung haben, hier noch paar klärende Fragen aus der Öffentlichkeit und von Herrn Teichmann beantwortet:

Frage 1:
Es steht die Zahl von mindestens 1000 Fahrgästen pro Tag im Raum. Woher stammt diese, kann man dies irgendwo nachlesen?
Woher stammen die Menschen, die die Bahn benutzen würden?
Für alle ab Gessertshausen Richtung Augsburg erschließt sich mir nicht, wieso diese Fahrgäste mit eingerechnet werden sollten.
Was ist das Ziel der Fahrgäste. Pendler (Arbeit/Schule) müssen vielleicht auch nicht in die Innenstadt von Augsburg, sondern in die Randbezirke. Oft ist hier ein hoher Zeitverlust im Vergleich zum Auto gegeben. Einen Vergleich zu München und auch Nürnberg, wo die S-Bahn Strecke weitere Strecken zurück legt und die ein größeres Einzugsgebiet haben scheint überzogen, da Augsburg etwa halb so viele Einwohner hat wie Nürnberg und ein fünftel so viel wie München.

Antwort:
Das Fahrgastgutachten wurde von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (Tochter des Freistaats) gefertigt. Hier besteht keine Gefahr, dass die Zahlen geschönt wurden. Die Potentialanalyse umfasst ausschließlich die Pendler aus den Stauden und nicht Gessertshausen oder Diedorf. Zugrunde gelegt wurde ein attraktiver Buszubringerverkehr, z.B. zu Müller Milch. Befragt wurde für diese Untersuchung nach unserer Kenntnis niemand. Vielmehr wurden die Ein- und Auspendlerstatistiken der Gemeinden zugrunde gelegt. Zum Thema Zeitverlust: dem halten wir das Thema „Zweitwagen“ entgegen. Jede Familie benötigt heute mindestens 2 Kfz/Familie, wobei eines den ganzen Tag auf dem P- & Ride-Platz in Gessertshausen herumsteht, das andere wird für Einkäufe usw. benötigt. Es stellt sich die Frage, ob man bereits ist, ein paar Minuten länger für die Erschließung der Randbezirke aufzuwenden, wenn man sich ein zweites Auto sparen kann. In anderen Regionen funktioniert das hervorragend.

Frage 2:
Ihre Forderung ist ein Stundentakt durchgehend bis Augsburg. Ich habe das Gefühl, dass die Strecke ab Gessertshausen sowieso schon hochfrequentiert ist. Wie wahrscheinlich ist diese Forderung durchzusetzen ohne das bereits abgelehnte dritte Gleis zwischen Ulm und Augsburg?
Auch gibt es gefühlt oft Verspätungen und Notarzteinsätze auf der Strecke. Wer selbst öfter fährt, musste schon erfahren, dass die “Bummelbahnen” dann gezwungen auf Schnellzüge Rücksicht zu nehmen, so dass sich die Verspätung noch verlängert.

Antwort:
Die Nahverkehrszüge sind bereits heute „zweie Wahl“, wenn z.B. ein Fernzug Verspätung hat. Ein Gutachten des Freistaats hat nachgewiesen, dass eine Einfädlung der Staudenbahnzüge von und nach Augsburg im Stundentakt möglich ist. Das funktioniert übrigens heute bereits bei den Pendelfahrten an Samstagen, allerdings hier im Zwei-Stundentakt. Auch sollen bereits heute in Gessertshausen endende bzw. beginnende Züge in die Stauden verlängert werden. 

Frage 3:
Was spricht gegen eine Aufstockung des Busverkehrs statt der Staudenbahn?
Gelten die Infrastrukturförderungen der Staatsregierung nur für Schienenverkehr?
Gerade in einer Gemeinde wie Langenneufnach sind drei Haltestellen vom Weg her doch sinnvoller als eine. Und auch in Orten wie Wollmetshofen und Margertshausen liegt der Bahnhof denkbar ungünstig. Es gibt ja auch barrierefreie Busse, nicht nur Bahnen. Und so können auch die bisher vernachlässigten Gemeinden eingebunden werden. Ich persönlich fände auch Verbindungen Richtung Bobingen oder Krumbach überlegenswert, sowohl wegen der Einkaufs- als auch der Arbeitsmöglichkeiten. Eine Fixierung auf Augsburg als “Metropole” halte ich für übertrieben. Ein weiterer Denkanstoß Richtung Bus ist eine Flexi-Bus oder Ruf-Taxi Einrichtung. Das ist gerade für die ältere Generation sicher auch nicht schlecht.

Antwort:
Der Landkreis Augsburg hatte nun mehr als 25 Jahre nach der Stillegung der Staudenbahn Zeit, ein gutes Busangebot umzusetzen. Bewerten Sie selbst, ob dies gelungen ist. Mit der Reaktivierung der Staudenbahn kommen neue Finanzmittel in die Stauden, die bislang an unserer Region vorbeilaufen. Mit diesen Mitteln des Freistaats (schienengebunden) können die bisherigen Buskilometer für Buszubringerverkehre freigesetzt werden. Nur so können auch die Seitentäler auf einen besseren ÖPNV hoffen. Auch wird die Staudenbahn nicht nur an den heute bekannten Bahnhöfen halten. In Langenneufnach ist z.B. noch mindestens ein zusätzlicher Halt geplant (Weberstraße).

Frage 4:
Es wird auch immer wieder ein Wertverlust bei Immobilien und die Abwanderung junger Menschen angeführt. Worauf stützen sich diese Aussagen? Mein subjektiver Eindruck sind seit Jahren steigende Immobilienpreise. Auch habe ich den Eindruck, dass viele Jugendliche sehr heimatverbunden sind. Zwar ziehen viele während des Studiums in die Städte, aber ich denke, dass auch viele später zurückkommen. Ein Haus in der Stadt können sich wohl die wenigsten leisten. Für die junge Generation war die Einrichtung einer Nachtbuslinie sicher richtig gedacht. Aber leider wurde m.E. nicht zu Ende gedacht. Wenn ich nachts mit dem Bus nach Hause möchte, muss ich ja irgendwann auch nach Augsburg fahren. Der letzte Bus am Samstag geht von Langenneufnach um 14.49 Uhr nach Augsburg. Selbst wenn man vor dem Besuch der Diskothek/ Bar noch Essen geht ist das viel zu früh.

Antwort:
Genauso sehen wir das auch, daher haben wir an Samstagen auch unseren Zweistundentakt zwischen Langenneufnach und Augsburg eingerichtet. Was die Immobilienpreise angeht, haben Sie Recht. Diese sind überall aufgrund der derzeitigen Marktlage (z.B. günstige Zinsen bei hoher Nachfrage) generell gestiegen. Langfristig stellt sich für die Stauden jedoch die Frage, ob man zum „Speckgürtel“ Augsburgs dazu gehören möchte oder von der künftigen Entwicklung abgeschnitten sein will. Wenn es gelingt, einen guten ÖPNV sicherzustellen, können junge Menschen ihren Arbeitsplatz in München u.U. aus den Stauden genauso schnell erreichen wie bei einer Wohnung im Außenbereich Münchens. Nur wenn die Jungen hier bleiben, haben wir eine Zukunft und die Gemeinden entsprechende Gestaltungsmöglichkeiten, basierend auf der Steuereinnahmekraft. Gehen die jungen Menschen weg, brechen die Einnahmen der Gemeinden zusammen, es wird weniger investiert, die Attraktivität sinkt und es gehen noch mehr Menschen weg. Die Staudenbahn, verstanden als S-Bahn-ähnliches Angebot, ist ein Mittel, um genau das zu verhindern.  

Frage 5:
Sie sagen, die bestehenden Buskilometer bleiben in der Region und werden als Zubringer eingesetzt (O-Ton: 60% mehr ÖPNV). Was macht Sie da so sicher? Haben Sie feste Zusagen? Wenn ich das richtig verstanden habe, finanziert das momentan der Landkreis. Dieser soll auch seinen Anteil bringen bei der Anschubinvestition der Staudenbahn. Kann es nicht sein, dass das gegengerechnet wird? Oder bei wenigen Nutzern die Linien nach und nach eingestellt werden? Gibt es eigentlich eine Vergleichsrechnung, was die zusätzliche Schaffung der Buskilometer kosten würde?

Antwort:
Die Erstinvestitionen werden ausschließlich über einen Finanzierungspartner laufen, der Landkreis ist hiervon nicht betroffen. Was die Beibehaltung der Buskilometerleistungen in der Region angeht, gibt es nach Aussage des Landrats Martin Sailer fraktionsübergreifenden Konsens. Dies ist auch die Voraussetzung, dass der Freistaat den Bahnverkehr auf der Staudenbahn bestellt. Dies würde im Ergebnis zu 60 % mehr ÖPNV führen.

Frage 6:
In der Machbarkeitsstudie auf der Homepage von Langenneufnach sind vier Varianten vorgestellt worden. Welche Variante soll denn nun kommen? Unter ökologischen Gesichtspunkten wäre alles andere als eine Elektrifizierung wohl widersprüchlich, da das ja auch ein Hauptkritikpunkt am Bus (die gibts in diversen Städten übrigens mit alternativem Antrieb) und an den Autopendlern ist. Vor kurzem habe ich die Staudenbahn für einen Ausflug genutzt und mich durch den starken Dieselgeruch etwas belästigt gefühlt (Mitfahrer: “Wie in der Gaskammer”) obwohl die Fenster geschlossen waren. Ist in den diversen Kostenaufstellungen auch die Sicherung der Bahnübergänge berücksichtigt? Wie hoch müsste eigentlich der Fahrpreis sein, damit sich die Reaktivierung für die Betreibergesellschaft lohnt?

Antwort:
Vergessen Sie die bisherigen Gutachten. Maßgeblich ist die Kostenschätzung des Betreibers, die im Übrigen vom Planungsbüro der reaktivierten Strecke Senden – Weißenhorn überprüft und bestätigt wurde. Mit der Bestellung des Zugverkehrs entrichtet der Freistaat Bayern an das Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Kilometerentgelt, welches unabhängig von den Fahrgeldeinnahmen bezahlt wird. Die Staudenbahn wird wie heute der Bus Bestandteil des AVV-Tarifs sein. Sie können davon ausgehen, dass dann auch modernste Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Eine Elektrifizierung wäre aus unserer Sicht volkswirtschaftlich sinnvoll, ist jedoch aufgrund der Vorgaben des Freistaats wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt machbar.

 

Schlußwort:
Haben wir Mut für Verbesserungen, haben wir Kraft für die Zukunft. Das Beispiel Senden – Weißenhorn zeigt eindeutig, dass Reaktivierungen bei einem guten Angebot auch in Bayern angenommen werden.


60% mehr ÖPNV in den Stauden

Wie das geht?

Schauen Sie sich die Präsentation vom Kreisrat Joachim Schoner an.



Jahr 2013


Reif für die Reaktivierung

Täglicher Personenverkehr mit der Staudenbahn

Wie?

  • Ganztägig umsteigefreier Stundentakt von Langenneufnach bis Augsburg Hbf und zurück, auch am Wochenende.
  • An Werktagen in der Hauptverkehrszeit Verdichtung im Abschnitt Langenneufnach – Gessertshausen zum Halbstundentakt.
  • Moderne, sprintstarke Fahrzeuge mit ebenerdigem Zustieg.
  • Erschließung der Seitentäler mit vertakteten Buszubringern.
  • Moderne, attraktive Haltepunkte.

Warum?

  • Die Abwanderung junger Menschen aus dem ländlichen Raum muss verhindert werden.
  • Voraussetzung hierfür ist eine gute Anbindung des Standorts Stauden an den Ballungsraum Augsburg/München.
  • Die Standortqualität der Stauden nimmt mit einer guten Bahnanbindung massiv zu.
  • Zeitnahe, spürbare Entlastung der Orte Fischach, Gessertshausen und Diedorf im Kfz-Verkehr.
  • Stressfreie Reise unserer Pendler zur Arbeit und nach Hause.
  • Einsparung des Zweitwagens.
  • Schnelle Anbindung unserer Kinder an das neue Gymnasium Diedorf.
  • Nachhaltige, umweltfreundliche Inwertsetzung der Kulturlandschaft Stauden als Naherholungsregion mit der Bahn

Die Staudenbahn, das Rückgrat einer nachhaltigen positiven Entwicklung in den Stauden.

Was haben wir bisher erreicht?

  • Erwerb des Nordabschnitts Gessertshausen – Markt Wald durch die Gemeinden in Form des Staudenbahn- Schienenweg-Trägervereins.
  • Erwerb des Südabschnitts Markt Wald – Türkheim Bahnhof durch die Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH.
  • Gründung zweier Gesellschaften für den Betrieb der Staudenbahn: Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH (Infrastrukturbetreiber, 2000) und Stauden-Verkehrs-GmbH (Eisenbahnverkehrsunternehmen, im Jahr 2003).
  • Übernahme der Infrastrukturbetreiberverantwortungdurch die Bahnbetriebsgesellschaft Stauden im Jahr 2000 (Nordabschnitt) bzw. 2004 (Südabschnitt).
  • Reaktivierung des Abschnitts Fischach – Langenneufnach im Jahr 2001 und des Abschnitts Langenneufnach – Markt Wald im Jahr 2003 für den Ausflugsverkehr.
  • Bau eines modernen Verladebahnhofs in Fischach-Reitenbuch.
  • Engagement der Stauden-Verkehrs-GmbH im täglichen Personenverkehr beim Projekt ALEX zwischen Immenstadt und Oberstdorf seit dem Jahr 2010 für die Vogtlandbahn.
  • Staudenbahn: Teststrecke für neue Eisenbahnfahrzeuge (Erlkönige).

Wir können es!
Wann dürfen wir endlich?


Diesellok

 

So könnte sie aussehen, die Zukunft der Staudenbahn:

Als moderne Anbindung der Stauden für Pendler und Schüler an die wichtigen Ballungsräume Augsburg und München.


Jahr 2012


Präsentation 100 Jahre Staudenbahn

Während der Jubiläumsveranstaltung "100 Jahre Staudenbahn" am 3. Oktober 2012 wurde von Herrn Teichmann, Geschäftsführer BBG und SVG, ein Vortrag über die Vergangenheit und die Zukunft der Staudenbahn gehalten.

Diese wunderschöne, mit Bildern farblich unterlegte, Präsentation können Sie hier downloaden.

Der Download liegt als PDF-Datei vor.

Die Bildrechte an den enthaltenen Fotos liegen bei Herrn Teichmann.




 
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